Lohnt sich Mut?

Mein Haus, mein Auto, mein Burnout?

Mein Haus, mein Auto, mein Burnout?

 

Schichtarbeiter, Angestellte, Leiharbeiter bis hin zum Manager: Sich ausgebrannt und leer zu fühlen, ist keine Frage des Status. Der Beschäftigtenbefragung der IG Metall 2013 zufolge fühlt sich weit mehr als jede und jeder Dritte mit der zunehmenden Leistungsverdichtung einem immer größeren Druck ausgesetzt. Am Schluss nach langer Belastung können ein allgemein als Burnout bezeichneter Erschöpfungsprozess und eine Depression stehen.

Psychische Belastungen und Erkrankungen sind inzwischen die häufigsten Ursachen für Frühberentungen. Die negativen Folgen sind weitreichend.
Wichtig dabei ist: Gerade weil sich belastete Beschäftigte als Einzelkämpfer oder überfordert fühlen, müssen sie sich Hilfe holen und mit Kollegen aktiv werden. Nur wenn der Betriebsrat von Problemen Einzelner weiß, kann er helfen: Indem er gegenüber dem Arbeitgeber das Thema Personalbemessung angeht oder individuelle Probleme löst. Die IG Metall qualifiziert Betriebsräte und gibt Beschäftigten in einem Ratgeber erste Tipps, damit es erst gar nicht zum Burnout kommen muss.

Gegenüber der Politik fordert die IG Metall eine "Anti-Stress-Verordnung". Denn wir brauchen verbindliche und vor allem handhabbare Vorschriften, die psychische Belastungen mit anderen Gefährdungen in der Arbeitswelt durch Lärm, unzureichendes Licht oder Gifte gleichstellt. Das hilft dann auch jedem und jeder Einzelnen.

 

In guter Ellenbogen-Gesellschaft?

In guter Ellenbogen-Gesellschaft?

 

Die IG Metall will ein menschenwürdiges Leben in einer offenen Gesellschaft. Für alle. Gegen Unterbietungswettbewerbe, Konkurrenzdruck, Ellenbogenmentalität und Vereinzelung setzen wir auf Zusammenhalt. Wir machen uns stark für faire Arbeitsbedingungen und gleiche Rechte und Chancen. Wir wollen Arbeit menschlicher und zukunftssicher machen. Von Wirtschaft und Politik fordern wir mehr Demokratie: mehr Mitbestimmung für Betriebsräte in wirtschaftlichen Angelegenheiten und in allen Fragen rund um die Arbeitswelt.

Wir bündeln die Interessen der Einzelnen, die sich nur als Gemeinschaft wirksam durchsetzen lassen. Zum Beispiel beim Thema Verdienst: Die Eingruppierung in Entgeltgruppen schafft gerechte und vergleichbare Bedingungen und entschärft damit den Konkurrenzkampf.

Wer sich in der Gewerkschaft organisiert, kann mitgestalten: vor Ort, im Betrieb und mitten im Leben. Das geht am besten mit Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen: Sie verschaffen den Einzelnen sowohl individuelle Leistungen als auch die Vorteile der Gemeinschaft.

Bessere Arbeitsbedingungen oder sichere Arbeitsplätze gibt es nicht geschenkt. Faire Löhne und Gehälter, mehr Mitbestimmung, Sicherheit und Perspektiven, Zeit für die Familie, gutes Arbeiten auch im Alter oder ein flexibler Ausstieg in die Rente – nichts davon fällt vom Himmel.


Eine starke IG Metall, gut organisierte Belegschaften und kompetente Betriebsräte streiten täglich für mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und für ein gutes Leben.

 

Muss ich Friend vom Chef sein?

Muss ich Friend vom Chef sein?

 

Komme ich nur voran, wenn ich mich ständig klein mache und dem Chef nie widerspreche? Sicher nicht. Die meisten Vorgesetzten schätzen Mitarbeiter, die Mitdenken und auch mal kritische Fragen stellen.

Für die IG Metall ist klar: Zu professioneller Arbeit gehört ein professioneller und respektvoller Umgang. Und das ist etwas anderes, als „best Friend“ mit dem Chef sein zu müssen. Damit der Betrieb kein Ort von Willkür und Übergriffen ist, helfen auch die Tarifverträge der IG Metall: Sie regeln etwa, dass die Bezahlung von Kompetenz statt von Kumpanei abhängt. So helfen auch Betriebsvereinbarungen gegen Übergriffe und ein Klima der Angst – bis hin zu einzelnen IG Metall-Betriebsräten, denen sich die Beschäftigten bei persönlichen Problemen anvertrauen können. Denn auch in diesem Feld qualifiziert die IG Metall ihre Vertreter weiter.

Wussten Sie, dass Sie zu einem Gespräch mit einem Vorgesetzten auch ein Mitglied des Betriebsrats mitnehmen können? Bei größeren Problemen oder unterschiedlichen Rechtsauffassungen hilft Ihnen zudem der gewerkschaftliche Rechtsschutz im Rücken: Der findet sehr oft schon ohne den Gang zum Gericht eine Lösung. Denn im Gegensatz zu normalen Rechtsanwälten stehen beim Rechtsschutz der IG Metall keine wirtschaftlichen Interessen und aufgeblähte Verfahren im Vordergrund.

 

Job oder Beruf?

Job oder Beruf?

 

Nicht jede und jeder erwartet von seinem Beruf, nur finanziell „über die Runden zu kommen“. Geldverdienen ist wichtig, aber nicht für alle auch alles. Und da entscheiden dann die konkreten Bedingungen in der Arbeit, ob und wie viel Frust sich anstaut.

Die IG Metall setzt sich deshalb ein für ein gutes Arbeiten. Ihre Betriebsräte sind haben das Ohr an der Belegschaft und sind die ersten Ansprechpartner. Mit betrieblichen Umfragen erforscht die IG Metall zudem, wo den Beschäftigten konkret der Schuh drückt und entwickelt mit den Betriebsräten passgenaue Lösungen für die Betriebe.

Oft ist aber die Frage nach Job oder Beruf eine Frage der Perspektive und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb kämpft die IG Metall gegen berufliche Sackgassen und für Chancen für die gesamte Erwerbsbiografie von der Ausbildung bis zur Rente. Dazu gehört auch, dass ein nach der Schule aus einer Unsicherheit heraus erlernter Beruf keine Entscheidung für das gesamte Leben sein muss.

 

Gute Arbeit hat ein Ende

Gute Arbeit hat ein Ende

 

Die Lage und Dauer der Arbeitszeit ist von zentraler Bedeutung für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten: Ob Arbeit tatsächlich „Gute Arbeit“ ist, darüber entscheidet neben Einkommen und Arbeitsbedingungen maßgeblich auch die Ausgestaltung von Arbeitszeiten. Deshalb ist dies eines der zentralen gewerkschaftspolitischen Handlungsfelder.

Die IG Metall hat in ihren Tarifverträgen die Arbeitszeit auf 35 Stunden in der Woche begrenzt. Arbeitgeber wollen dagegen immer flexiblere und längere Arbeitszeiten. Gegen flexible Lösungen spricht auch nichts, solange sie nicht im Widerspruch zu den Interessen der Beschäftigten stehen. Denn auch mit Flexibilität muss es noch einen Feierabend geben.

So gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Betriebe mit vielen IG Metall-Mitgliedern flexible Arbeitszeitmodelle auch auf die Bedürfnisse der Beschäftigten eingehen und mit Ampelmodellen dem Ausufern von Arbeitszeit entgegengewirkt wird. Tarifverträge, Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte und die Beteiligung der Beschäftigten sind die Werkzeuge dafür, gute Arbeitszeitmodelle im Interesse der Belegschaften und auch der Unternehmen durchzusetzen.

 

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Auke (34)

„Ich gehe zur Arbeit und mach da mein Ding. Und danach lebe ich“, sagt Auke. Gute Arbeit ist für den Industrieelektroniker mehr: Unternehmen könnten ihren Beschäftigten ruhig mehr zutrauen.

Weichen statt Abstellgleise

Weichen statt Abstellgleise

 

Von der Ausbildung bis zum normalen Arbeitsverhältnis: Jede und jeder Beschäftigte braucht Entwicklungsperspektiven. Dafür setzt sich die IG Metall ein – nicht nur zum Start des Berufslebens.

Viele Firmen der Metall- und Elektroindustrie hätten selbst wissen können, wie wertvoll die im eigenen Unternehmen ausgebildeten jungen Frauen und Männer sind. Darum macht sich die IG Metall stark dafür, dass es genügend Ausbildungsplätze gibt. Inzwischen regeln von den IG Metall-Mitgliedern gemeinsam erkämpfte Tarifverträge, dass Azubis nach bestandener Prüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden.

Damit das in der Ausbildung erworbene Wissen nicht so schnell veraltet, müssen die Mitarbeiter ihre Kenntnisse jedoch durch Fort- und Weiterbildungen aktuell halten. Ziel der IG Metall ist, dass es betriebliche Weiterbildungsmöglichkeiten für möglichst viele Beschäftigte gibt. Das IMU Institut Stuttgart kommt in einer Studie für die IG Metall zu dem Ergebnis: Unternehmen sollten das Thema Weiterbildung nicht allein auf die Vermittlung hoher Qualifikationen konzentrieren. Im Gegenteil: Die Kurse sollten für alle Beschäftigten in den verschiedenen Unternehmensbereichen offen sein. Wenn das praktische Wissen der Beschäftigten aus dem Arbeitsalltag aufgegriffen und in Veränderungs- und Verbesserungsmaßnahmen münden kann, optimiert das den betrieblichen Ablauf und fördert die Motivation der Beschäftigten.

Doch damit ist für die IG Metall noch nicht alles getan: Unsere Expertinnen und Experten sitzen in den Gremien, die die Berufsbilder und Berufsfelder weiterentwickeln. Damit es mehr Weichen statt Abstellgleise gibt.

 

Minijobber haben Rechte!

Minijobber haben Rechte!

 

Oft behandeln Arbeitgeber ihre Minijobber anders als die regulären Beschäftigten: als "geringfügig Beschäftigte". Sie verweigern ihnen Urlaub und Geld, Lohnfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen, sowie tarifliches Urlaubsgeld. Zu Unrecht. Minijobber werden nur in der Sozialversicherung, bei Krankenversicherung und Rente anders behandelt. Im Betrieb jedoch sind sie ganz normale Beschäftigte, mit allen Arbeitnehmerrechten.

Deshalb haben Minijobber auch Kündigungsschutz. Sie haben auf jeden Fall den gesetzlichen Urlaubanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz (20 Urlaubstage bei der 5 Tage-Woche) oder nach dem im Betrieb geltenden Tarifvertrag (zum Beispiel Metall- und Elektroindustrie: 30 Arbeitstage bei einer Fünf-Tage-Woche). Auch Mutterschutz und Elternzeit gelten. Und nicht zuletzt die Entgeltfortzahlung bei Krankheit, an Feiertagen sowie im Urlaub.

Und die Gewerkschaftsmitglieder unter den Minijobbern haben einen verbindlichen Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach geltendem Tarifvertrag, auf Eingruppierung in die korrekte Lohn-, Gehalts- oder Entgeltgruppe. Und natürlich auf allen anderen tariflichen Leistungen, etwa Qualifizierung, vermögenswirksame Leistungen oder Beschäftigungssicherung.

 

Gute Arbeit, gutes Geld

Gute Arbeit, gutes Geld

 

Gerechte und spürbar steigende Einkommen, gute Arbeit und ein gutes Leben: Das sind die Ziele der IG Metall. Dafür schließt die IG Metall mit den Arbeitgeberverbänden Tarifverträge ab. Tarifverträge entstehen am Verhandlungstisch. Und je mehr Mitglieder hinter ihr stehen und die Vertreter der IG Metall durch Aktionen bis hin zu Streiks unterstützen, desto erfolgreicher werden sie sein.

Die IG Metall und ihre Mitglieder setzen sich dafür ein, dass die Beschäftigten ein gerechtes Entgelt bekommen und ihren Lebensstandard erhöhen können. Aber Tarifverträge regeln nicht nur die Höhe der Einkommen und Ausbildungsvergütungen, sondern auch die Arbeitsbedingungen. In den Entgeltrahmentarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie ist unter anderem beschrieben, wie sich die Entgelte zusammensetzen und nach welchen Kriterien Beschäftigte eingruppiert werden. Manteltarifverträge regeln die Arbeitszeit, der Arbeitsschutz, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Mehrarbeit und Schichtarbeit, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch, Kündigungsschutz. Darüber regeln Extra-Tarifverträge Sonderzahlungen, Beschäftigungssicherung und vermögenswirksame Leistungen.

 

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Elisabeth (26)

Elisabeth will als Technische Zeichnerin mehr als eine Nummer sein: „Die Arbeit macht mir Spaß, weil ich mich gefordert fühle. Aber es sollte auch ein Entgegenkommen der Firma dazukommen.“